04 95 26 11 65Zwischen Porto und Piana steigt die Straße mitten durch die Felswände aus rotem Granit und gibt immer wieder den Blick auf das Mittelmeer frei. Um die Calanques de Piana in ihrer ganzen Dimension zu erfassen, muss man jedoch manchmal das Auto stehen lassen und etwas höher hinauf. Aussichtspunkte, Wanderwege und Bergdörfer eröffnen ganz unterschiedliche Perspektiven auf eine der bekanntesten Landschaften der korsischen Westküste.
Die D81 ist schon für sich allein eine großartige Panoramastraße. Von Porto in Richtung Piana steigt sie allmählich an und windet sich zwischen imposanten Felsformationen hindurch. Unterwegs geben mehrere Öffnungen den Blick auf den Golf von Porto und die umliegenden Bergzüge frei. Der rote Fels kontrastiert mit dem Blau des Mittelmeers und dem Grün der Macchia und zeichnet so eine der charakteristischen Landschaften der Calanques.
Die Parkmöglichkeiten sind allerdings begrenzt. Besser nutzt man die dafür vorgesehenen Plätze und geht die letzten Meter zu Fuß, statt direkt auf der Fahrbahn anzuhalten.
Der Weg zum Château-Fort gehört zu den Wanderungen, auf denen sich die Calanques von einer anderen Seite entdecken lassen. Er beginnt an der Straße und führt durch eine Landschaft aus skulptural geformten Felsen und mediterraner Vegetation, bevor er offenere Abschnitte erreicht.
Mit zunehmender Höhe öffnet sich der Blick immer weiter auf die Küste und die Weite des Golfs. Die Wanderung ist relativ kurz und damit eine gute Ergänzung zur Durchfahrt der Calanques mit dem Auto. Im Sommer empfiehlt sich der Morgen oder der späte Nachmittag, um die heißesten Stunden zu vermeiden.
Nach der Durchquerung der Calanques erreicht die Straße Piana, ein Dorf auf rund 450 Metern Höhe. Diese Lage bietet von selbst mehrere Ausblicke auf die Berge und den Golf. Wer sich die Zeit nimmt, das Dorf und seine Umgebung zu erkunden, wechselt die Perspektive: Die Felswände, die man wenige Kilometer zuvor gesehen hat, weichen allmählich einer weiteren Landschaft, in der Bergrelief, Macchia und Mittelmeer zusammentreffen.
Piana ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für mehrere Spaziergänge und Wanderungen in der Umgebung.

Wer weiter gehen möchte, findet im Capo d’Orto eine deutlich sportlichere Variante. Mit knapp 1 300 Metern überragt dieser Gipfel den Golf von Porto und die umliegenden Bergzüge. Sein Aufstieg verlangt mehr Vorbereitung als die kurzen Spaziergänge direkt an der Straße. Oben angekommen, verändert die Landschaft ihren Maßstab: Der Golf von Porto zeichnet sich tief unten ab, während die korsischen Berge den Hintergrund einnehmen. Gute Schuhe, ausreichend Wasser und ein Blick auf die Wettervorhersage vor dem Start sind unerlässlich.
Die schönsten Aussichtspunkte auf die Calanques de Piana liegen nicht nur an Land. Vom Meer aus werden die Proportionen der Landschaft viel deutlicher spürbar.
Die Bootsausfahrten von Porto führen entlang der Felswände und zeigen ihre Formen, ihre Höhlen und ihre Farbnuancen. Manche Touren fahren anschließend weiter nach Girolata und in das Naturreservat Scandola. Diese Perspektive ergänzt die Entdeckung über die Straße besonders gut: Was man vorher von den Höhen aus betrachtet hat, zeigt sich nun auf Höhe des Wassers.
Das Licht spielt in den Landschaften der Calanques de Piana eine wichtige Rolle. Je nach Tageszeit wechselt der Granit von Rosa zu viel kräftigeren Rot- und Orangetönen.
Der späte Nachmittag ist besonders reizvoll, um diese Farbwechsel zu beobachten. Der Morgen hat einen anderen Vorteil: Auf der D81 und den Wanderwegen ist in der Regel weniger Betrieb. Für die Fotografie wie für das reine Betrachten der Landschaft lohnt es sich daher, die Uhrzeiten zu variieren und so mehrere Gesichter der Calanques kennenzulernen.
Die Calanques sind nur ein Teil der Landschaften, die es rund um Porto zu entdecken gibt. Scandola, Girolata, die Schluchten der Spelunca oder die Wanderwege am Capo d’Orto laden dazu ein, die Erkundung zwischen Meer und Bergen fortzusetzen. Vom Campingplatz Funtana a l’Ora aus lassen sich diese Orte problemlos in das Programm eines mehrtägigen Aufenthalts einbinden. So entdeckt man die Calanques de Piana aus verschiedenen Blickwinkeln, ohne den Besuch auf die Durchfahrt mit dem Auto zu beschränken.
